Umzug!

Wir sind umgezogen. Ab sofort findet ihr uns unter:

www.spremberg.antifa.cc

Antifa Spremberg – just to keep it straight.

15. FEBRUAR 2013 – NAZIAUFMARSCH IN COTTBUS VERHINDERN!

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Come out and play!
Deutsche Täter sind keine Opfer – Geschichtsrevisionismus stoppen!

Wir laden alle Antifaschist_Innen ein, mit uns am 15. Februar 2013 in Cottbus auf die Straße zu gehen und für eine Menge Abenteuer zu sorgen. Seit mehreren Jahren versuchen Cottbuser Neonazis der „NPD“ und „Freien Kräfte“ an den bundesweiten deutschen Opfermythos anzuknüpfen und am Jahrestag der Bombardierung einen „Gedenkmarsch“ durchzuführen. Dabei glorifizieren sie deutsche Täter_Innen und verklären diese zu „Opfern“, konstruieren einen Mythos einer „unschuldigen Stadt“, verbreiten rassistische sowie antisemitische Ideologien und verhöhnen alle wahren Opfer des Zweiten Weltkrieges.

Das lassen wir nicht zu – Die Kontinuität aus rechter Gewalt und Lifestyle, etablierten Strukturen mit ihrem jährlichen Höhepunkt im Februar müssen durchbrochen werden. In den letzten Jahren wurde konsequent Widerstand geleistet und für Unmut unter den Neonazis gesorgt. Durch Sitzblockaden, kreative sowie dezentrale Aktionen konnten Durchbrüche für eine entschlossene Protestkultur erzielt werden. Ihre Aufmärsche fanden mit langer Verspätung, verkürzten Routen und deutlich verringerter Teilnehmerzahl statt.

Wir ruhen uns nicht auf (Teil)-Erfolgen aus, wir machen weiter bis es aufhört – Unser Ziel ist es, gemeinsam mit euch dem (Neo)-Naziaufmarsch und Opfermythos keinen Meter zu lassen, den Jahrestag mächtig zu versauen und zum Desaster zu machen – Kommt alle und beteiligt euch an den vielfältigen Protesten!

TREFFPUNKT: 17:30 UHR SCHILLERPARK

Mehr Infos bei: Antifa-Cottbus
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Dresden 13|02 – Keine Ruhe!

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Am 13.02.2013 wollen in Dresden wieder (Neo-)Nazis marschieren und versuchen die Luftangriffe auf Dresden zu entkontextualisieren, Täter_innen zu Opfern zu machen und ihre menschenverachtende Ideologie auf die Straße zu tragen – so wie sie es an diesem Tag bisher immer tun konnten. Wir werden sie an diesem Vorhaben hindern! Dafür benötigen wir eure Hilfe.

Die letzten drei Jahre haben gezeigt, dass durch das Zusammenspiel verschiedener Aktionsformen Naziaufmärsche erfolgreich gestört oder verhindert werden konnten. Auch die massive Repression gegen linke Strukturen änderte nichts an der Entschlossenheit der Antifaschist_innen. Daran gilt es auch 2013 festzuhalten. Solange in Dresden ein revisionistisches Gedenken praktiziert wird und der Mythos einer unschuldigen Stadt existiert, werden Nazis daran anknüpfen können.

Wir als Kampagne 13|02 – KEINE RUHE! haben uns gegründet, um genau dem radikal und offensiv entgegenzutreten. Wir zählen auf eure Unterstützung, den „Mythos Dresden“ und den „Trauermarsch“ endgültig Geschichte werden zu lassen. Kommt zahlreich und entschlossen!

Mehr Infos : KEINE RUHE
oder auf :Dresden-Nazifrei

KEINE RUHE für Opfermythen!
KEINE RUHE für (Neo-)Nazis!
KEINE RUHE für die sächsischen Verhältnisse!

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06. Oktober – Antifa-Demo in Forst – Kein Heimspiel für Nazis!

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Seit zwei Jahren betreiben Neonazis in Forst einen privaten „Jugendtreff“, den sie selber „Firma 18“ nennen. Die abgeschottete Baracke in der Waldstraße dient als Rückzugsraum und rechter Veranstaltungsort. Die direkte Nachbarschaft zum Fußballplatz des SV Lausitz bietet die Möglichkeit sich immer wieder neuen Nachwuchs heranzuziehen und unter dem Deckmantel der Fankultur die Wut über die sozialen Verhältnisse auf Menschen mit anderer Nationalität, Hautfarbe, Geschlecht oder Religion zu übertragen. Rechte Pöbeleien und Gewalttaten bei Fußballspielen wurden in der Vergangenheit immer wieder heruntergespielt und Kritik von außen abgeblockt, dadurch ist eine Schutzzone für Neonazis entstanden, die jetzt versuchen ihren Einfluss auf die ganze Stadt auszubreiten.

Viele in Forst haben sich in der Vergangenheit auf dem Ruf ausgeruht, die „linke Hochburg“ in der Region zu sein, doch auch hier existiert ein satter Nährboden für neonazistische Ideologie. Im Verbotsverfahren gegen das Neonazi-Netzwerk „Spreelichter“ kam es auch bei einem Mitglied der „Firma 18“ zu einer Hausdurchsuchung. Rassismus, Antisemitismus, Sozialchauvinismus etc. sind jedoch nicht nur das Problem einiger vermeintlich „extremer“ Personen am Rand, die Verstrickung der Geheimdienste mit dem NSU und Sarrazins „Thesen“ zeigen wie tief dieses Gedankengut in der Gesellschaft verankert ist.

Lippenbekenntnisse eine „bunte Stadt“ zu sein, alte Geschichten vom „Roten Forst“ und auch die „alternative“ Forster Subkultur verhindern nicht, dass sich Neonazis wieder breit machen und zunehmend Angsträume für Menschen entstehen, die nicht ins rechte Weltbild passen. Es ist an der Zeit Widerstand zu leisten und dem eigenen Ruf gerecht zu werden.

Ein Zusammenschluss verschiedener Gruppen und Einzelpersonen ruft deshalb am 6. Oktober 2012 zu einer antifaschistischen Demonstration in Forst auf. Die Nazi-Baracke „Firma 18“ muss dicht gemacht werden!
Kein Heimspiel für Nazis – in Forst und überall!

22.09. – Keine Ruhe für Hoyerswerda – Alle auf zur Demonstration!

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Gegen rassistische Zustände! Für ein Denkmal und die Entschädigung der Betroffenen des Pogroms von 1991!

„Wir haben in der Welt Millionen von potentiellen Asylbewerbern und mit denen können wir so, wie wir es gegenwärtig machen, nicht fertig werden.“ (Edmund Stoiber, CSU im ARD Brennpunkt, September 1991)

Im September 1991 griffen Neonazis unter Mithilfe und Applaus vieler Bürger_innen zwei Wohnheime von Vertragsarbeiter_innen und Asylsuchenden im ostsächsischen Hoyerswerda an. Mehrere hundert Menschen belagerten die Unterkünfte fünf Tage lang, bis schließlich alle Heimbewohner_innen aus der Stadt gebracht wurden. Nationale und internationale Medien berichteten über die Geschehnisse. Die „Evakuierung“ aller Bewohner_innen der Heime wurde nicht nur in Hoyerswerda selbst von vielen als „Erfolg“ gewertet. Die Angriffe bildeten damit den Startschuss für eine jahrelang anhaltende Welle der rassistischen Gewalt im wiedervereinigten Deutschland, die neben hunderten Verletzten zahlreiche Todesopfer forderte.

Demonstration: 22. September 2012 | Hoyerswerda | 15.00 Uhr | Bahnhofsvorplatz

ZUGANREISE AUS COTTBUS ZUR DEMO NACH HOYERSWERDA:

HAUPTBAHNHOF COTTBUS – TREFFZEIT: 13:45 UHR – TREFFPUNKT: GLEIS 10

FILMABEND ÜBER RASSISTISCHE ZUSTÄNDE IN HOYERSWERDA 1991:

17. September – Ab 20:00 Uhr – Vegan-Volxküche – Zelle79 (Parzellenstraße 79)

»20 Jahre nach den Pogromen in Rostock – Lichtenhagen«

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Vom 22. bis 26. August 1992 tobt der „deutsche Mob“ in Rostock. Flüchtlinge und Migrant_Innen werden attackiert und verletzt, ihre Not-Unterkünfte okkupiert, in Brand gesetzt, während „anständige Deutsche“ applaudieren. Die Polizei schaut resigniert Neonazis und Alltagsrassisten beim mehrtägigen Pogrom zu. Unbehelligt zeigt der Rassismus seine hässliche Fratze.

Verstärkt durch Medien-Hetzkampagnen und institutioneller Verfolgung erreicht das Pogrom sein Ziel: die Betroffenen müssen erneut vor schrecklichen Zuständen fliehen und viele werden sogar abgeschoben. Rassistische Pogrome fanden Nachahmer in vielen Städten, so auch in Hoyerswerda und Cottbus. Mit der Verschärfung des Grundrechts auf Asyl in Deutschland 1993, reihte sich die politische Antwort in die rassistische Hegemonie ein.

20 Jahre nach den Pogromen findet am 25. August in Rostock – Lichtenhagen eine bundesweite antifaschistische Demonstration statt.

Erfahrungsbericht Muttertag

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Uns wurde ein Bericht, mit Fotos im Anhang, zugesandt den wir so wie er ist veröffentlichen wollen weil er das wiederspiegelt was für uns ebenfalls erschreckend, jedoch für viele Spremberger Bürger normal ist.


“Wir haben den Muttertag zum Anlass genommen eine Blume an der „Trauernden Mutter“, die seit jeher an den Gräbern der für die Befreiung vom Faschismus gefallenen Rotarmisten wacht, niederzulegen.
Gleichzeitig wollten wir uns ein Bild vom desolaten Zustand der Grabstätte machen, auf den wir durch einen Zeitungsartikel aufmerksam gemacht wurden.
Was wir dort sahen hat unsere Vorstellung bei weitem übertroffen. Bauzäune die mitten durch das Gräberfeld führen ohne einen Hauch von Respekt für die Menschen die ihr Leben opferten um uns vom Hitlerfaschismus zu befreien. Nicht dass das schon schlimm genug wäre waren die nächsten Bauzäune keinen Steinwurf entfernt. Diese sorgten dafür dass niemand die Gedenkstätte für die Opfer des Nationalsozialismus betreten kann. Ein Blick hinter den Zaun genügte um erneut die Faust zu Ballen. Das Laub vom Vorjahr, Müll und zerbrochene Bierflaschen besudelten diesen wichtigen Platz während die Gesamte Parkanlage sauber war. Ebenfalls gut gepflegt sahen die nebenan gelegenen Nazigräber aus.
Man hört ja viel über Spremberg im Zusammenhang mit Rechts und wir meinen nicht die holen Neonazikids oder diesen faschistischen Ex-Bürgermeister, obwohl das ja schon schlimm genug ist. Wir meinen diese „rechtsfreundliche“ Grundeinstellung die von der Stadt und ihren Bewohnern ausgeht.
Wir waren nicht das letzte Mal in Spremberg so viel soll gesagt sein.
Bleibt standhaft in einer Stadt die schon verloren scheint doch nicht aufgegeben werden darf.
Solidarische Grüße.“

Wir bedanken uns für den Beitrag bei den VerfasserInnen und weisen darauf hin dass demnächst ein ausführlicher Bericht der sich mit den Gedenkstätten befasst online gestellt wird.

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8. Mai – Tag der Befreiung vom deutschen Faschismus

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Am 8. Mai 2012 jährte sich zum 67.Mal der Tag der Befreiung vom Faschismus.
Am späten Abend des 8. Mai trafen wir uns mit ca. 20 Menschen in Spremberg auf dem Georgenberg.
Wir nahmen den Tag zum Anlass um den Opfern des Nationalsozialismus zu gedenken, vor fortdauernder Kriegstreiberei zu mahnen und unseren Befreiern zu danken. Als Ort unserer Trauer und stillen Zusammenkunft wählten wir das Denkmal der Roten Armee. Es wurden Blumen abgelegt, der Schwur von Buchenwald verlesen und eine Schweigeminute abgehalten.
Anschließend trennten wir uns ohne weitere Zwischenfälle wieder.

Schwur von Buchenwald

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Nazis fühlen sich in Spremberg wohl.

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Dieser Artikel erschien am 01.05.2012 auf „www.linksunten.indymedia.org“. Wir wollen ihn hier wiedergeben, weil er unserer Ansicht die Situation recht passend beschreibt, antifaschistischen Widerstand aber unzureichend darstellt. Im Folgenden geben wir unsere Sicht zur aktuellen Lage im Umgang mit Neonazis in Spremberg wieder.

„Seit mehreren Jahren sind Nazis in Spremberg

Die rechtsorientierte Szene im brandenburgischen Spremberg radikalisiert sich in den letzten Wochen und Monaten massiv. Besonders die Jungnazis sind nahezu flächendeckend in der Kleinstadt präsent. In den letzten Tagen erklärte die Naziszene das Lokalblatt Lausitzer Rundschau zum Volksfeind und attackierte unentdeckt in zwei Nächten in Folge die Redaktion in direkter Marktplatzumgebung. Ein antifaschistischer Wiederstand hingegen ist wohl seit der Schließung des Piraten e.V. im Sommer 2011 in der Stadt nicht mehr vorhanden – die Nazis haben freie Bahn…

Ob als Lehrlinge, Fussballer des SC-Spremberg, Garagen oder Dauerdemonstranten trifft man die lokalen Nazis wohl auch in den umliegenden Dörfern und Städten. In Spremberg paart sich nach Aussage der verbliebenen lokalen Antifas die bildungsarme gewaltbereite Knüppeltruppe um Problemkind Franz Datzmann und dessen Lakaien Patrick Wolf mit den vermeintlich intellektuellen Ex-Gymnasiasten und Webseitenschreiberlingen des lokalen Nationalen Wiederstands (spremblog.info) um Rene Thomas und Aufkleberverteiler Charly Munitzk. Munitzk, Wolf und Datzmann waren schon beim Fackelmarsch der Spreelichterkampagnen mehrfach aufgefallen.

Im Januar/Februar trafen sich die lokalen Nachwuchsnazis dann auf dem Georgenberg und posierten maskiert vor dem Bismarckturm. (siehe Foto unten) Dieses Foto veröffentlichten die Nazis dann auf der lokalen Webseite spremblog.info (Domain ist gekapert, Inhalte aber auf logr.org/spremberg weiter abrufbar). Nach wenigen Tagen war aber Foto und Post wieder von der Webseite entfernt. Warum ist unklar, zugleich tauchen aber nun Aufkleber und Plakate im gesamten Stadtgebiet auf, auf dem das Gruppenbild zur Illustration verwendet wurde. Wer entsprechende Personen auf dem unten stehenden Foto erkennt sollte bei der Identifizierung helfen. Nachdem die Lausitzer Rundschau von diesem Gruppenfoto der Nazis erfahren haben muss, druckten sie einen kurzen Artikel einer MBT-Veranstaltung dazu. In Folge dessen wurde die Lokalredaktion durch die Nazis zweimal nachts angegriffen und die üblichen deutlichen Drohungen gegen die Redakteure hinterlassen.

Zur Zeit eskaliert die Lage in Spremberg, insbesondere aus antifaschistischer Ecke ist absolut gar kein Wiederstand mehr zu vernehmen. In den 7 Tagen die ich in Spremberg war, lief mir nicht einer über den Weg der sich gegen die Naziflut stellen könnte. Kein Aufkleber, keine Symbolik – nur noch rechte Freiräume in der ganzen Stadt!!! „

Naziproblem in Spremberg auch 2012 nicht gelöst.

Die aktive Neonaziszene in Spremberg ist in den letzten Jahren massiv gewachsen. Einerseits ist dies am Stadtbild selbst zu sehen, es wimmelt nahezu an jeder Laterne von Naziaufklebern, zum anderen treten die Neonazis selbstbewusster und aggressiver in der Öffentlichkeit auf. Dies zeigt auch der wie der versuchte Angriff auf unsere Demo am 15.01.2011. Spremberg ist zu einem wichtigen Teil der Infrastruktur und Organisation der Neonazis in Südbrandenburg geworden, wie sich im Folgenden zeigen wird.

Neonaziangriffe haben in Spremberg eine lange Tradition. Ein Brandanschlag zu Beginn der 90er Jahre im Stadtteil „Schwarze Pumpe“ brannte ein Asylbewerberheim bis auf die Grundmauern nieder. Angriffe auf antifaschistische Menschen und Einrichtungen, die beinahe wöchentlich erfolgten, prägten die Jahre bis 1997. In der Zeit von 1998 bis 2008 konnte durch antifaschistische Intervention und einem breitem bürgerlichem Bündnis ein Rückgang der Übergriffe erreicht werden. Für einige Zeit bestimmten Neonazis nicht mehr den öffentlichen Raum. Im Jahre 2008 wurden der „Bunker 38“, ansässig auf einem ehemaligen Sanitätsfirma, öffentlich gemacht und „Schwarze Pumpe“ rückte erneut in die Medien. Der „Bunker 38“ diente als kulturelles Zentrum und wichtigster Teil der Infrastruktur für örtliche Neonazis. Schwarz-Weiß-Rote Borten und Landser Porträts schmückten die Clubräume der dortigen Sanitätsfirma.

Nahezu monatlich fanden ab Mitte des Jahres 2009 Übergriffe auf den Jugendclub „Piraten e.V.“ und Menschen, die nicht ins „rechte“ Weltbild passen statt. Ein Beispiel wäre der 13.11.2010, als mehrere vermummte Neonazis in den Innenhof des Hauses eindrangen und neben dem Entzünden von Knallkörpern diverse Gebäudeteile beschädigten. Wir sehen dies im Zusammenhang mit dem Übergriff auf das Hausprojekt „Zelle 79“ in Cottbus. Dies wurde zwei Tage vorher, am 11.11.2010, mit Gehwegplatten attackiert, wobei es zu Glasbruch kam. Ein weiteres Beispiel ist der Angriff auf zwei Jugendliche am 07.12.2010. Beide wurden durch Knüppelschlägen und Fausthieben verletzt und erlitten Blutergüsse und Schwellungen.

Als Antwort auf die zunehmende Nazigewalt und der fehlenden gesellschaftlichen Debatte, organisierten wir am 15.01.2011 eine lautstarke Demonstration. Am Abschlusspunkt versuchten dann etwa 10 Neonazis die Demo anzugreifen und Menschen zu verletzen. Durch konsequentes und schnelles Handeln auf antifaschistischer Seite, konnte der Angriff abgewehrt werden. Sieben Personen aus der Gruppe der Angreifer wurden, nachdem sie sich in einem Café verschanzten, von der Polizei festgenommen. Die anschließenden Reaktionen auf die Demo ließen zuerst Hoffnung erwecken. Max Göthel meinte „Wir brauchen eine Spremberger Zivilgesellschaft, um uns gegen rechte Repressalien zu wehren.“ und Cordula Engelmann könne sich ein breites Bündnis gegen Rechts vorstellen.

Die Entwicklung in der Stadt seit dem 15.01.2011 führte jedoch dazu, antifaschistischen Widerstand zu kriminalisieren und linke Politik zu diffamieren. Am 27.01.2011 fand in Spremberg eine Gedenkveranstaltung an die Opfer des Faschismus statt, an der wir uns beteiligt haben. Unser Blumengesteck mit der Aufschrift „Nie wieder Krieg! Nie wieder Faschismus! Antifa Spremberg“ durften wir dort nicht ablegen. Das Gesteck wurde dennoch, zum Unmut der Behörden, am Denkmal der Roten Armee niedergelegt.

Ab April 2011 sprang die Stadtverwaltung Spremberg mit auf die „Extremisten-Schiene“ auf. „Spremberger Polizei nimmt Extremisten unter die Lupe“ und „Spremberg nimmt Kampf gegen Extremisten auf“ waren die Titel von Artikeln der örtlichen Presse. Die Artikel bezogen sich auf die Vorfälle um den 15. Januar. Hartmut Höhna sei z.B. gegen „jeglichen Extremismus“. Mit solchen Aussagen wurde versucht antifaschistischen Selbstschutz zu entkräften. Dies ist aus unserer Sicht oftmals jedoch notwendig, um sich gegen gewaltsame neonazistische Übergriffe zu schützen. Andererseits wurde linke, antifaschistische Intervention mit der menschenverachtenden Politik von Rechts gleichgesetzt. Zumal Andreas Lemke meinte, „Die Demo hätte von der Stadt organisiert werden müssen“. Weshalb die Stadtverwaltung erst im Nachhinein auf diese Idee kam und nicht, als im Vorfeld das offene Gespräch gesucht wurde, hat sie uns bis heute nicht verraten.

Am 21.05.2011 führte die NPD-Lausitz mit Unterstützung der sog. „Freien Kräfte“ einen Naziaufmarsch in Spremberg durch. Im Vorfeld, während und nach diesem widerlichen Ereignis, wurde immer wieder betont das Spremberg kein Ort für Extremisten sei. Aussagen wie „Wir wollen uns durch Krawallmacher, egal ob sie aus der rechten oder linken Ecke kommen, nicht wieder alles kaputt machen lassen.“ und „Spremberg ist ein Wachstumskern, die Wirtschaft soll sich hier weiter so gut entwickeln.“ zeigen die waren Beweggründe der Spremberger Führungsriege. Die Stadtverwaltung wie auch viele Bürger sehen das Naziproblem nicht in den menschenverachtenden Herrschafts- und Machtideen, die auch vor systematischem Völkermord nicht zurückschrecken, sondern darin das die öffentliche Präsenz der Nazis das Stadtbild und den „Wirtschaftsstandort„ schädigt. Mit einem „friedlichem Nazikehraus“ und einem „Tag des offenem Unternehmen“ wurde am 21.05.2011 gezeigt „Der Wirtschaftsraum Spremberg ist kein Ort für Nazis.“. Spätestens ab dem 21.05.2011 war klar das die führenden Abgeordneten mehr um ihre Selbstdarstellung bemüht sind, als effektive Maßnahmen gegen Neonazis zu ergreifen.

Am 30.06.2011 lief der Mietvertrag des letzten alternativen Domizils, dem „Piraten e.V.“ aus und somit verschwand der letzte nicht rechte Freizeittreff für Jugendliche in Spremberg. Durch die vorrausgegangenen Naziangriffe, sowie Unterstellungen in einen Brandanschlag verwickelt zu sein, war es dem Verein nicht möglich einen entsprechenden Ersatz zu bekommen.

Seit Mitte 2011 prägen Neonazis mehr und mehr das Stadtbild und Antifaschisten werden beim geringsten Versuch gesellschaftlicher Intervention als Extremisten gebrandmarkt. Diese Umstände führen dazu dass sich das Stadtbild nach und nach verändert. Aufkleber, Plakate und Sprühereien mit rechtem Hintergrund sind im gesamten Stadtgebiet präsent. Rechtsorientierte Jugendliche treffen sich ganz offen in der Stadt und genießen ihre „Freiräume“. Erfreulicherweise ist antifaschistischer Widerstand in Spremberg nicht verschwunden, sondern sorgt dafür das die Stadt keine „No Go Area“ für Menschen die nicht dem „rechtem“ Weltbild entsprechen ist.

Die gesamte Entwicklung ist das Produkt einer verfehlten Stadtpolitik, die es verpasst hat einen gesamtgesellschaftlichen Dialog zu führen und kritische Stimmen als Extremisten verunglimpft hat, anstatt sie anzuhören. Der Angriff auf die „Lausitzer Rundschau“ ist nur die Spitze eines dumm-deutschen Eisberges, nicht nur in Spremberg. Von den führenden Funktionären ist nicht viel zu erwarten. Antifaschistische Praxis beginnt in den Köpfen und ist ein Bestandteil unserer Achtung vor der Würde und dem Leben. Es gilt nicht zu reagieren, sondern aktiv unsere Umwelt zu gestalten.

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8.MAI, TAG DER BEFREIUNG

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Zum 67.Jahrestag der bedingungslosen Kapitulation Deutschlands wollen wir Antifaschist_innen unterschiedlichster Spektren zusammenbringen, um gemeinsam dieses besondere Datum im öffentlichen Bewusstsein zu verankern, bzw. überhaupt sichtbar zu machen.

Hierbei soll auf der einen Seite den unzähligen Opfern des Nationalsozialismus angemessen gedacht werden und andererseits der “Tag der Befreiung” gegen den grassierenden Geschichtsrevisionismus verteidigt und enthusiastisch gefeiert werden!

Denn der 8. Mai 1945 steht nicht nur für die militärische Zerschlagung des Nationalsozialismus und damit für das Beenden des deutschen Großmachtwahns, der Millionen Menschen das Leben kostete.

Der 8. Mai steht auch symbolisch für die tatsächliche Befreiung der wenigen Überlebenden der Konzentrationslager. Neben 6 Millionen Juden wurden hier auch Sinti & Roma, Behinderte, politische Gegner_innen, Homosexuelle und andere Menschen, die nicht ins nationalsozialistische Weltbild passten, entrechtet, misshandelt und schließlich vernichtet.

Dieser Tag soll uns Anlass sein all denjenigen zu danken, die mithalfen die Befreiung von der NS-Herrschaft durchzusetzen und das welthistorisch beispiellose Verbrechen von Vernichtungskrieg und Shoah zu stoppen – namentlich allen angehörigen der Roten Armee, der West-Allierten und ihrer Verbündeten, sowie den Widerstand leistenden Partisan_innen überall in Europa
– und all den Menschen zu gedenken, die Opfer des faschistischen Terrors wurden.

Es gilt mit unserem historischen Gedenken dem populär gewordenen Geschichtsbild, welches die Gleichsetzung von Opfern und Täter_innen betreibt und Ursache und Wirkung in einen falschen Zusammenhang stellt, öffentlichkeitswirksam entgegenzutreten.
Als exemplarisch für diesen Geschichtsmythos seien hier die gezeigten entpolitisierten Einzelschicksale von “Flucht und Vertreibung” in Spielfilmen und Guido Knopp-Produktionen genannt, aber auch der nicht nur von Neo-Nazis angestrebte Versuch, die Bombardierung Dresdens, Cottbus und anderer deutscher Städte zu instrumentalisieren.
Dem seit 67 Jahren existierenden Bestreben endlich einen Schlussstrich unter die vorgeblich aufgearbeitete deutsche Geschichte zu ziehen, muss gerade vor dem Hintergrund der allmählich aussterbenden Zeitzeugenschaft, auch in Zukunft lautstark widersprochen werden.

Mit der Gründung der ZK Cottbus und dessen Ausrichtung der Feierlichkeiten zum “Tag der Befreiung” am 8.Mai in Cottbus, besteht eine gute Gelegenheit für Antifaschist_innen aus der Region – neben dem Gedenken an all die gequälten und ermordeten Menschen – nicht nur in Trauer zu verharren, sondern auch unsere Wut über Nazis und andere Geschichtsverdreher_innen auf die Straße zu tragen und nicht zuletzt unserer Freude über die Befreiung und Zerschlagung Nazi-Deutschlands euphorisch Ausdruck zu verleihen.

8. Mai 1945 – Befreiung! Was sonst? – Thank you! Merci! Спасибо!

Antifa Spremberg

ZK Cottbus