8. Mai – Tag der Befreiung vom deutschen Faschismus

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Am 8. Mai 2012 jährte sich zum 67.Mal der Tag der Befreiung vom Faschismus.
Am späten Abend des 8. Mai trafen wir uns mit ca. 20 Menschen in Spremberg auf dem Georgenberg.
Wir nahmen den Tag zum Anlass um den Opfern des Nationalsozialismus zu gedenken, vor fortdauernder Kriegstreiberei zu mahnen und unseren Befreiern zu danken. Als Ort unserer Trauer und stillen Zusammenkunft wählten wir das Denkmal der Roten Armee. Es wurden Blumen abgelegt, der Schwur von Buchenwald verlesen und eine Schweigeminute abgehalten.
Anschließend trennten wir uns ohne weitere Zwischenfälle wieder.

Schwur von Buchenwald

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Nazis fühlen sich in Spremberg wohl.

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Dieser Artikel erschien am 01.05.2012 auf „www.linksunten.indymedia.org“. Wir wollen ihn hier wiedergeben, weil er unserer Ansicht die Situation recht passend beschreibt, antifaschistischen Widerstand aber unzureichend darstellt. Im Folgenden geben wir unsere Sicht zur aktuellen Lage im Umgang mit Neonazis in Spremberg wieder.

„Seit mehreren Jahren sind Nazis in Spremberg

Die rechtsorientierte Szene im brandenburgischen Spremberg radikalisiert sich in den letzten Wochen und Monaten massiv. Besonders die Jungnazis sind nahezu flächendeckend in der Kleinstadt präsent. In den letzten Tagen erklärte die Naziszene das Lokalblatt Lausitzer Rundschau zum Volksfeind und attackierte unentdeckt in zwei Nächten in Folge die Redaktion in direkter Marktplatzumgebung. Ein antifaschistischer Wiederstand hingegen ist wohl seit der Schließung des Piraten e.V. im Sommer 2011 in der Stadt nicht mehr vorhanden – die Nazis haben freie Bahn…

Ob als Lehrlinge, Fussballer des SC-Spremberg, Garagen oder Dauerdemonstranten trifft man die lokalen Nazis wohl auch in den umliegenden Dörfern und Städten. In Spremberg paart sich nach Aussage der verbliebenen lokalen Antifas die bildungsarme gewaltbereite Knüppeltruppe um Problemkind Franz Datzmann und dessen Lakaien Patrick Wolf mit den vermeintlich intellektuellen Ex-Gymnasiasten und Webseitenschreiberlingen des lokalen Nationalen Wiederstands (spremblog.info) um Rene Thomas und Aufkleberverteiler Charly Munitzk. Munitzk, Wolf und Datzmann waren schon beim Fackelmarsch der Spreelichterkampagnen mehrfach aufgefallen.

Im Januar/Februar trafen sich die lokalen Nachwuchsnazis dann auf dem Georgenberg und posierten maskiert vor dem Bismarckturm. (siehe Foto unten) Dieses Foto veröffentlichten die Nazis dann auf der lokalen Webseite spremblog.info (Domain ist gekapert, Inhalte aber auf logr.org/spremberg weiter abrufbar). Nach wenigen Tagen war aber Foto und Post wieder von der Webseite entfernt. Warum ist unklar, zugleich tauchen aber nun Aufkleber und Plakate im gesamten Stadtgebiet auf, auf dem das Gruppenbild zur Illustration verwendet wurde. Wer entsprechende Personen auf dem unten stehenden Foto erkennt sollte bei der Identifizierung helfen. Nachdem die Lausitzer Rundschau von diesem Gruppenfoto der Nazis erfahren haben muss, druckten sie einen kurzen Artikel einer MBT-Veranstaltung dazu. In Folge dessen wurde die Lokalredaktion durch die Nazis zweimal nachts angegriffen und die üblichen deutlichen Drohungen gegen die Redakteure hinterlassen.

Zur Zeit eskaliert die Lage in Spremberg, insbesondere aus antifaschistischer Ecke ist absolut gar kein Wiederstand mehr zu vernehmen. In den 7 Tagen die ich in Spremberg war, lief mir nicht einer über den Weg der sich gegen die Naziflut stellen könnte. Kein Aufkleber, keine Symbolik – nur noch rechte Freiräume in der ganzen Stadt!!! „

Naziproblem in Spremberg auch 2012 nicht gelöst.

Die aktive Neonaziszene in Spremberg ist in den letzten Jahren massiv gewachsen. Einerseits ist dies am Stadtbild selbst zu sehen, es wimmelt nahezu an jeder Laterne von Naziaufklebern, zum anderen treten die Neonazis selbstbewusster und aggressiver in der Öffentlichkeit auf. Dies zeigt auch der wie der versuchte Angriff auf unsere Demo am 15.01.2011. Spremberg ist zu einem wichtigen Teil der Infrastruktur und Organisation der Neonazis in Südbrandenburg geworden, wie sich im Folgenden zeigen wird.

Neonaziangriffe haben in Spremberg eine lange Tradition. Ein Brandanschlag zu Beginn der 90er Jahre im Stadtteil „Schwarze Pumpe“ brannte ein Asylbewerberheim bis auf die Grundmauern nieder. Angriffe auf antifaschistische Menschen und Einrichtungen, die beinahe wöchentlich erfolgten, prägten die Jahre bis 1997. In der Zeit von 1998 bis 2008 konnte durch antifaschistische Intervention und einem breitem bürgerlichem Bündnis ein Rückgang der Übergriffe erreicht werden. Für einige Zeit bestimmten Neonazis nicht mehr den öffentlichen Raum. Im Jahre 2008 wurden der „Bunker 38“, ansässig auf einem ehemaligen Sanitätsfirma, öffentlich gemacht und „Schwarze Pumpe“ rückte erneut in die Medien. Der „Bunker 38“ diente als kulturelles Zentrum und wichtigster Teil der Infrastruktur für örtliche Neonazis. Schwarz-Weiß-Rote Borten und Landser Porträts schmückten die Clubräume der dortigen Sanitätsfirma.

Nahezu monatlich fanden ab Mitte des Jahres 2009 Übergriffe auf den Jugendclub „Piraten e.V.“ und Menschen, die nicht ins „rechte“ Weltbild passen statt. Ein Beispiel wäre der 13.11.2010, als mehrere vermummte Neonazis in den Innenhof des Hauses eindrangen und neben dem Entzünden von Knallkörpern diverse Gebäudeteile beschädigten. Wir sehen dies im Zusammenhang mit dem Übergriff auf das Hausprojekt „Zelle 79“ in Cottbus. Dies wurde zwei Tage vorher, am 11.11.2010, mit Gehwegplatten attackiert, wobei es zu Glasbruch kam. Ein weiteres Beispiel ist der Angriff auf zwei Jugendliche am 07.12.2010. Beide wurden durch Knüppelschlägen und Fausthieben verletzt und erlitten Blutergüsse und Schwellungen.

Als Antwort auf die zunehmende Nazigewalt und der fehlenden gesellschaftlichen Debatte, organisierten wir am 15.01.2011 eine lautstarke Demonstration. Am Abschlusspunkt versuchten dann etwa 10 Neonazis die Demo anzugreifen und Menschen zu verletzen. Durch konsequentes und schnelles Handeln auf antifaschistischer Seite, konnte der Angriff abgewehrt werden. Sieben Personen aus der Gruppe der Angreifer wurden, nachdem sie sich in einem Café verschanzten, von der Polizei festgenommen. Die anschließenden Reaktionen auf die Demo ließen zuerst Hoffnung erwecken. Max Göthel meinte „Wir brauchen eine Spremberger Zivilgesellschaft, um uns gegen rechte Repressalien zu wehren.“ und Cordula Engelmann könne sich ein breites Bündnis gegen Rechts vorstellen.

Die Entwicklung in der Stadt seit dem 15.01.2011 führte jedoch dazu, antifaschistischen Widerstand zu kriminalisieren und linke Politik zu diffamieren. Am 27.01.2011 fand in Spremberg eine Gedenkveranstaltung an die Opfer des Faschismus statt, an der wir uns beteiligt haben. Unser Blumengesteck mit der Aufschrift „Nie wieder Krieg! Nie wieder Faschismus! Antifa Spremberg“ durften wir dort nicht ablegen. Das Gesteck wurde dennoch, zum Unmut der Behörden, am Denkmal der Roten Armee niedergelegt.

Ab April 2011 sprang die Stadtverwaltung Spremberg mit auf die „Extremisten-Schiene“ auf. „Spremberger Polizei nimmt Extremisten unter die Lupe“ und „Spremberg nimmt Kampf gegen Extremisten auf“ waren die Titel von Artikeln der örtlichen Presse. Die Artikel bezogen sich auf die Vorfälle um den 15. Januar. Hartmut Höhna sei z.B. gegen „jeglichen Extremismus“. Mit solchen Aussagen wurde versucht antifaschistischen Selbstschutz zu entkräften. Dies ist aus unserer Sicht oftmals jedoch notwendig, um sich gegen gewaltsame neonazistische Übergriffe zu schützen. Andererseits wurde linke, antifaschistische Intervention mit der menschenverachtenden Politik von Rechts gleichgesetzt. Zumal Andreas Lemke meinte, „Die Demo hätte von der Stadt organisiert werden müssen“. Weshalb die Stadtverwaltung erst im Nachhinein auf diese Idee kam und nicht, als im Vorfeld das offene Gespräch gesucht wurde, hat sie uns bis heute nicht verraten.

Am 21.05.2011 führte die NPD-Lausitz mit Unterstützung der sog. „Freien Kräfte“ einen Naziaufmarsch in Spremberg durch. Im Vorfeld, während und nach diesem widerlichen Ereignis, wurde immer wieder betont das Spremberg kein Ort für Extremisten sei. Aussagen wie „Wir wollen uns durch Krawallmacher, egal ob sie aus der rechten oder linken Ecke kommen, nicht wieder alles kaputt machen lassen.“ und „Spremberg ist ein Wachstumskern, die Wirtschaft soll sich hier weiter so gut entwickeln.“ zeigen die waren Beweggründe der Spremberger Führungsriege. Die Stadtverwaltung wie auch viele Bürger sehen das Naziproblem nicht in den menschenverachtenden Herrschafts- und Machtideen, die auch vor systematischem Völkermord nicht zurückschrecken, sondern darin das die öffentliche Präsenz der Nazis das Stadtbild und den „Wirtschaftsstandort„ schädigt. Mit einem „friedlichem Nazikehraus“ und einem „Tag des offenem Unternehmen“ wurde am 21.05.2011 gezeigt „Der Wirtschaftsraum Spremberg ist kein Ort für Nazis.“. Spätestens ab dem 21.05.2011 war klar das die führenden Abgeordneten mehr um ihre Selbstdarstellung bemüht sind, als effektive Maßnahmen gegen Neonazis zu ergreifen.

Am 30.06.2011 lief der Mietvertrag des letzten alternativen Domizils, dem „Piraten e.V.“ aus und somit verschwand der letzte nicht rechte Freizeittreff für Jugendliche in Spremberg. Durch die vorrausgegangenen Naziangriffe, sowie Unterstellungen in einen Brandanschlag verwickelt zu sein, war es dem Verein nicht möglich einen entsprechenden Ersatz zu bekommen.

Seit Mitte 2011 prägen Neonazis mehr und mehr das Stadtbild und Antifaschisten werden beim geringsten Versuch gesellschaftlicher Intervention als Extremisten gebrandmarkt. Diese Umstände führen dazu dass sich das Stadtbild nach und nach verändert. Aufkleber, Plakate und Sprühereien mit rechtem Hintergrund sind im gesamten Stadtgebiet präsent. Rechtsorientierte Jugendliche treffen sich ganz offen in der Stadt und genießen ihre „Freiräume“. Erfreulicherweise ist antifaschistischer Widerstand in Spremberg nicht verschwunden, sondern sorgt dafür das die Stadt keine „No Go Area“ für Menschen die nicht dem „rechtem“ Weltbild entsprechen ist.

Die gesamte Entwicklung ist das Produkt einer verfehlten Stadtpolitik, die es verpasst hat einen gesamtgesellschaftlichen Dialog zu führen und kritische Stimmen als Extremisten verunglimpft hat, anstatt sie anzuhören. Der Angriff auf die „Lausitzer Rundschau“ ist nur die Spitze eines dumm-deutschen Eisberges, nicht nur in Spremberg. Von den führenden Funktionären ist nicht viel zu erwarten. Antifaschistische Praxis beginnt in den Köpfen und ist ein Bestandteil unserer Achtung vor der Würde und dem Leben. Es gilt nicht zu reagieren, sondern aktiv unsere Umwelt zu gestalten.

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8.MAI, TAG DER BEFREIUNG

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Zum 67.Jahrestag der bedingungslosen Kapitulation Deutschlands wollen wir Antifaschist_innen unterschiedlichster Spektren zusammenbringen, um gemeinsam dieses besondere Datum im öffentlichen Bewusstsein zu verankern, bzw. überhaupt sichtbar zu machen.

Hierbei soll auf der einen Seite den unzähligen Opfern des Nationalsozialismus angemessen gedacht werden und andererseits der “Tag der Befreiung” gegen den grassierenden Geschichtsrevisionismus verteidigt und enthusiastisch gefeiert werden!

Denn der 8. Mai 1945 steht nicht nur für die militärische Zerschlagung des Nationalsozialismus und damit für das Beenden des deutschen Großmachtwahns, der Millionen Menschen das Leben kostete.

Der 8. Mai steht auch symbolisch für die tatsächliche Befreiung der wenigen Überlebenden der Konzentrationslager. Neben 6 Millionen Juden wurden hier auch Sinti & Roma, Behinderte, politische Gegner_innen, Homosexuelle und andere Menschen, die nicht ins nationalsozialistische Weltbild passten, entrechtet, misshandelt und schließlich vernichtet.

Dieser Tag soll uns Anlass sein all denjenigen zu danken, die mithalfen die Befreiung von der NS-Herrschaft durchzusetzen und das welthistorisch beispiellose Verbrechen von Vernichtungskrieg und Shoah zu stoppen – namentlich allen angehörigen der Roten Armee, der West-Allierten und ihrer Verbündeten, sowie den Widerstand leistenden Partisan_innen überall in Europa
– und all den Menschen zu gedenken, die Opfer des faschistischen Terrors wurden.

Es gilt mit unserem historischen Gedenken dem populär gewordenen Geschichtsbild, welches die Gleichsetzung von Opfern und Täter_innen betreibt und Ursache und Wirkung in einen falschen Zusammenhang stellt, öffentlichkeitswirksam entgegenzutreten.
Als exemplarisch für diesen Geschichtsmythos seien hier die gezeigten entpolitisierten Einzelschicksale von “Flucht und Vertreibung” in Spielfilmen und Guido Knopp-Produktionen genannt, aber auch der nicht nur von Neo-Nazis angestrebte Versuch, die Bombardierung Dresdens, Cottbus und anderer deutscher Städte zu instrumentalisieren.
Dem seit 67 Jahren existierenden Bestreben endlich einen Schlussstrich unter die vorgeblich aufgearbeitete deutsche Geschichte zu ziehen, muss gerade vor dem Hintergrund der allmählich aussterbenden Zeitzeugenschaft, auch in Zukunft lautstark widersprochen werden.

Mit der Gründung der ZK Cottbus und dessen Ausrichtung der Feierlichkeiten zum “Tag der Befreiung” am 8.Mai in Cottbus, besteht eine gute Gelegenheit für Antifaschist_innen aus der Region – neben dem Gedenken an all die gequälten und ermordeten Menschen – nicht nur in Trauer zu verharren, sondern auch unsere Wut über Nazis und andere Geschichtsverdreher_innen auf die Straße zu tragen und nicht zuletzt unserer Freude über die Befreiung und Zerschlagung Nazi-Deutschlands euphorisch Ausdruck zu verleihen.

8. Mai 1945 – Befreiung! Was sonst? – Thank you! Merci! Спасибо!

Antifa Spremberg

ZK Cottbus

NAZIAUFMARSCH SABOTIEREN. BLOCKIEREN. VERHINDERN!

Aufruf zu Protesten gegen (Neo)-Naziaufmarsch am 12. Mai in Cottbus & Hintergrundartikel über rechte Strukturen

Am Samstag, den 12. Mai soll in Cottbus der zweite (Neo)-Naziaufmarsch des Jahres 2012 stattfinden. Schon im Februar wurden die Neonazis mit heftigen Protesten und Blockaden konfrontiert, wodurch ihr Aufzug nur mit langer Verspätung und deutlich verringerter Teilnehmerzahl die Abschlusskundgebung erreichte. Schon damals kündeten regionale Neonazis trotzig einen erneuten Versuch an. Jetzt ist bekannt, dass die NPD-Brandenburg und „Freie Kräfte“ am 12. Mai ab 12 Uhr vom Hauptbahnhof aus durch die Cottbuser Innenstadt marschieren wollen. Anlass dafür ist die bundesweite „Raus-aus-dem-Euro-Kampagne“ der NPD. Von Seiten des Bündnis „Cottbus Nazifrei!“ sind wieder Blockaden angekündigt.

Die rassistische Kampagne führte bisher durch einige kleinere brandenburgische Städte. Mit mäßigem Erfolg: Mehrere Aufmärsche konnten mittels zivilen Ungehorsam und entschlossenem Handeln erfolgreich verhindert werden. An diese Erfolge wollen wir anknüpfen. Cottbus ist die zweitgrößte Stadt Brandenburgs und somit ein relevanter Aufmarschort. In den letzten Jahren wurde den Neonazis konsequent Widerstand entgegengestellt und für viel Frustration gesorgt. Lasst uns gemeinsam auch am 12. Mai auf die Straße gehen! […]

„Raus aus dem Euro“? Rassistische Hetze und reaktionäre Demagogie

Neonazis versuchen in Zeiten der Krise auf Ängste und Gefühle der Menschen in prekären Verhältnissen einfache Antworten auf komplexe Zusammenhänge zu geben. Mit platten Parolen wird versucht sich als die einzige Lösung für den Ausweg aus der Krise darzustellen. Die aktuelle Kampagne der NPD thematisiert die „ökonomische Krise der europäischen Länder“ und dessen Auswirkungen auf Deutschland. Sie wollen nicht „Zahlmeister Europas sein“ und fordern ein „Nein zur EU-Diktatur“.

Jedoch wird die „Soziale Frage“ immer unter dem völkischem Aspekt gestellt und reaktionär beantwortet. Es geht hierbei nicht um Lösungsansätze gegen den Kapitalismus und seine wiederaufkehrenden Krisen, sondern um die Vormachtstellung des deutschen Marktes im kapitalistischem Wettbewerb. Die rechte Kampagne fordert die deutsche Wirtschaft und das eigene Volk, gegenüber anderen, zu retten. Dabei steht der Erhalt der „nationalen Identität“ im Vordergrund. Nur mit europäischen Staaten, die „von ihrer Mentalität her zusammenpassen“ und ökonomisch tragbar sind, soll kooperiert werden. Kapitalistische Krisenpolitik soll demnach mit einer anderen autoritären Krisenlösung, nach rassistischen Denkmustern, ersetzt werden. Denn nur Staaten mit derselben Kultur, Sprache und Identität sollen suggerieren und „der Rest“ seien „Schuldenmacher“ und die Ursache der aktuellen Krise. Solche Auslegung impliziert die Annahme das nur dem deutschen und „deutschähnlichen“ Völkern eine Zukunft berechtigt wird.

Quantität statt Qualität – „NPD-Kreisverband Lausitz“

Nach den Kommunalwahlen in Brandenburg 2008 rückte Südbrandenburg und besonders Cottbus in den Fokus rechter Aktivitäten des regionalen Kreisverbandes. Neben dem altbekannten Neonazi Frank Hübner erhielt auch der jüngere NPD-Funktionär Ronny Zasowk einen Platz im Abgeordnetenhaus der Stadt. Hübner sorgte Anfang Februar für einen Eklat im Cottbuser Rathaus. Im Laufe einer Unterzeichnung eines bürgerlichen Aufrufs zu Protesten gegen den geplanten „Trauermarsch“ der NPD, zeigte er den Hitlergruß. Somit verdeutlichte Hübner erneut seine politische Nähe zur faschistischen Ideologie und unterstrich den wahren Charakter des Aufmarsches. Während sich Hübners inhaltliche Arbeit eher auf Provokation begrenzt, ist der zweite NPD-Stadtverordnete, Ronny Zasowk, dabei parteiintern Karriere anzustreben.

Als Kreisverbandvorsitzender ist er mittlerweile eine wichtige Schlüsselfigur in ostdeutschen Bundesländern. Er setzt auf Aktionen im öffentlichem Raum und deren theoretische Untermalung. Als Initiator vieler NPD Veranstaltungen im Süden Brandenburgs versucht er mit Aufmärschen, Infoständen und geschlossenen Veranstaltungen wie Stammtischen und Schulungen den Kreisverband am Leben zu halten und personell auszubauen. Unterstützung erhält er dabei von militanten Neonazis die meist in „Freie Kräfte“-Strukturen eingebunden sind. Diese versuchen eine „Anti-Antifa“-Arbeit aufzubauen, um politische Gegner einzuschüchtern.

Jedoch scheitert Zasowk an der Resonanz seiner Arbeit. Kaum werden seine rechten „Events“ von Sympathisant_Innen wahrgenommen noch erhält Zasowk Zuspruch für seine Aufrufe außerhalb seines politischen Tellerrandes. Gescheitert ist der NPD-Kreisverband auch bei dem Versuch eine Immobilie in der Lausitz zu kaufen. Aufgrund erfolgreicher Intervention entstand kein „Nationales Zentrum“. Dennoch bestehen Räumlichkeiten auf einem Dorf nahe Cottbus welche für Schulungen etc. genutzt werden.

Vor dem Hintergrund der ausbleibenden Erfolge und den (teil)-blockierten Aufmärschen 2011 und 2012 will die NPD in Cottbus jetzt in die Offensive gehen. Sie versuchen einen „Aufschwung“, um die Szene weiter mobilisieren und inszenieren zu können. Die Kampagne „Raus aus dem Euro“ und die mit ihr im Zusammenhang stehenden Kleinveranstaltungen wie Infostände, Mahnwachen und auch der Aufmarsch durch Cottbus sollen die neonazistische Partei-Politik in Brandenburg voran bringen.

Zwischen Illegalität und Inszenierung: „Widerstandsbewegung Südbrandenburg“

Neben parlamentarischen Neonazis existieren in Südbrandenburg seit mehreren Jahren aktive neonazistische Gruppierungen jenseits von Partei-Strukturen. Zwar sind teilweise personelle Überschneidungen festzustellen, jedoch grenzt sich der „harte Kern“ von der NPD ab. Symptomatisch hierfür ist das Neonazi-Netzwerk „Spreelichter“, das maßgeblich vom langjährigen Neonazi Marcel Forstmeier aus Lübbenau getragen wird. Die „Spreelichter“ versuchen Neonazis aus (Klein-)Städten zu bündeln und zu „Aktionsgruppen“ zu organisieren. Es bestehen mehr oder weniger aktive Gruppen in Vetschau, Senftenberg, Finsterwalde, Spremberg und Cottbus. Die Städte Lübben und Lübbenau werden von Forstmeier selbst koordiniert.

Inhaltlich beschäftigen sich die Gruppen unter dem „Spreelichter“-Label mit klassischen neonazistischen Themen. Mit neuen rassistischen Formulierungen wird versucht Immigrant_Innen zu drangsalieren, Geschichtsrevisionismus in Form von Täter und Opfer Verkehrung zu betreiben und faschistischen Mörder_Innen heldenhaft zu gedenken. Ein besonderer Schwerpunkt der „Spreelichter“ bildet der Kampf gegen die Demokratie, dabei geht es stets um den „Tod des deutschen Volkes“. Dagegen wird die „rassische Einheit“ unter dem „Nationalsozialismus“ propagiert.

Mit ihren Aktionen, die fast immer im illegalen Bereich stattfinden, machen die „Spreelichter“ bundesweit auf sich aufmerksam. Transportiert wird die rassistische und NS-verherrlichende Propaganda durch spontane Demonstrationen, Sprühereien, Aufkleber- und Plakatkleberei etc. Vorzugsweise werden zur Agitation auch „neue digitale Medien“ wie Social-Media-Plattformen genutzt. Das Netzwerk will dadurch eine Vorreiterrolle unter den parteiunabhängigen Neonazis einnehmen.

Lange Tradition: Rechte Gewalt und Lifestyle

Cottbus, eine Stadt die als „No-Go-Area“ für Alternative und Immigrant_Innen Schlagzeilen gemacht hat, steht auf der Liste rechter Gewalt immer noch weit oben. Besonders das Jahr 2011 war geprägt von Übergriffen auf Menschen und Einrichtungen die nicht in das Bild rechter Ideologie passen. Es gab Angriffe auf alternative Locations in Cottbus, Spremberg und Forst. Die Übergriffe auf soziokulturelle Zentren werden durch eine hohe Zahl rassistisch motivierter Übergriffe und offenem Alltagsrassismus begleitet. Oft müssen dunkelhäutige Menschen bestimmte Plätze der Stadt um Abend-Stunden meiden. Neben den Randbezirken wird auch die Innenstadt häufig zum Ort rechter Gewalt.

In und um Cottbus gibt es eine breite rechte Erlebniswelt, die es Neonazis erlaubt, ihren rechten Lifestyle zu praktizieren. Nachdem Neonazi-Zentren in Spremberg und Lübben erfolgreich geschlossen werden konnten, haben sich diese auf andere Sphären verlagert. Neonazistische Tendenzen sind in Bereichen der Fußball-Fanszene und im Kampfsport festzustellen. Durch Zusammengehörigkeitsgefühl, vermeintliche Kameradschaft und eigener Bekleidungsmarken wird Jugendarbeit betrieben und politisch sozialisiert.

Zur rechten Alltagskultur gehören darüber hinaus zwei neonazistische Läden. Mitten in der Innenstadt existiert seit 2011 „Oseberg“, ein Verkaufsladen der rechten Marke „Thor Steinar“. Hier werden nationalsozialistische und völkische Bezüge unter „trendigen“ Designs populär gemacht. Die komplette Bandbreite neonazistischer Propaganda – von Kaffeetasse bis zur raren Vinyl-Sammlerplatte – bietet der Laden „The Devils Right Hand Store“ in einen Hinterhof. Mit dem zugehörigen Musik-Label „Rebel Records“ wird nicht nur ein Onlineshop, sondern auch Band-Support betrieben. Von der regionalen Band „Frontalkraft“ bis hin zu internationalen Neonazi-Bands wird produziert, was die Szene verlangt. Nach Informationen aus einem „Leak“ des internationalen, rechtsterroristischen Netzwerks „Blood and Honour“, sollen zwei Cottbuser Neonazis aus dem besagten Umfeld bei dem in der BRD verboteten Netzwerk aktiv sein.

Linke Politik verteidigen – Neonazis und Repression entgegentreten!

Es steht fest: In Südbrandenburg agieren mehrere aktive Neonazigruppierungen, die zunehmend in die Offensive gehen. Dabei greifen sie auf eine etablierte rechte Erlebniswelt und Infrastuktur zurück. Kaum ein Monat vergeht ohne rechte Veranstaltungen oder Übergriffe. Die Präsenz neonazistischer Propaganda steigt, vielerorts sind Aufkleber oder Sprühereien zu sehen. Neonazis wollen Cottbus nicht aufgeben und als „ihre“ Stadt erkämpfen.

Diese Tatsachen zeigen einmal mehr wie notwendig antifaschistische Arbeit ist. Aktivist_Innen die sich entschlossen gegen rechte Tendenzen richten, werden seitens der Behörden und der hiesigen Polizei vermehrt kriminalisiert. Die Einschüchterung zwischen Neonazis und Polizei funktioniert Hand in Hand: ob rechte Gewalt oder Strafanzeigen, Antifaschist_Innen sollen handlungsunfähig gemacht werden. Wir werden den Kopf nicht in den Sand stecken und lassen uns nicht einschüchtern!

Wir sagen: Der rechte Höhenflug muss ein Ende haben! In Zeiten der ökonomischen Krise gilt es reaktionär-rassistische Ideologien ebenso zu bekämpfen wie prügelnde Neonazis auf der Straße! Neben antifaschistischem Selbstschutz, alternativer Kultur und theoretischen Beiträgen ist der Kampf gegen Nazis, Staat, Nation und Kapital aktueller denn je!

Wir wollen den öffentlichen Raum nicht den Neonazis überlassen! Cottbus soll keine Neonazi-Homezone werden. Kommt alle zur Bündnis-Demo – Lasst uns am 12. Mai gemeinsam gegen rassistische Ideologie und (Neo)-Naziaufmarsch auf die Straße gehen!

Die Neonazis richtig einheizen! Naziaufmarsch sabotieren – blockieren – verhindern!

[Antifa Cottbus, April 2012]

1.Mai 2012

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Der Druck steigt – für die soziale Revolution!

Am 1. Mai gehen weltweit Millionen Menschen auf die Straße, um ihre Wut auf ein System, das Kriege, Elend, Armut und die Zerstörung der Umwelt verursacht, zum Ausdruck zu bringen. Der 1. Mai ist ein Anlass, um gegen die Folgen der Weltwirtschaftskrise, imperialistische Kriege, rassistische Morde und Hetze, Verschlechterungen der Arbeits- und Lebensbedingungen und die Verdrängung im Stadtteil zu protestieren. Der 1. Mai steht aber auch international für den Kampf für eine Perspektive jenseits des Kapitalismus für eine befreite und solidarische Gesellschaft ohne Ausbeutung und Unterdrückung.
Die Profitlogik der kapitalistischen Produktionsweise richtet alle Lebensbereiche nach ihren Verwertungsinteressen aus. Es ist zwar mittlerweile möglich, alle Menschen mit ausreichend Nahrungsmitteln zu versorgen. Die kapitalistische Logik jedoch verkehrt diese Fortschritte in ihr Gegenteil. Statt die Hungernden mit Nahrung zu versorgen, wird bereits darüber beraten, welche Teile der wachsenden Weltbevölkerung entbehrlich sind. Global bedeutet das kapitalistische System Hunger und Elend für einen Großteil der Menschheit, national verschlechtern sich die Lebensbedingungen für die überwiegende Mehrheit der ArbeiterInnen rapide durch die Folgen der Weltwirtschaftskrise und regional werden ärmere Bevölkerungsteile zunehmend aus ihren Kiezen verdrängt.
Nur ein gemeinsamer Kampf von Beschäftigten, Erwerbslosen, SchülerInnern, Studierenden und RentnerInnen gegen Staat und Kapital hat eine Perspektive. Durch Organisierung z.B. im Stadtteil und am Arbeitsplatz kann anstelle von Individualisierung und Ohnmacht kollektives Handeln treten. Für eine Welt, in der Kollektivität, Bedürfnisbefriedigung und Selbstbestimmung anstelle von Markt, Profit und Konkurrenz treten. Für eine Welt der internationalen Solidarität anstelle von Kriegen, Besatzung und Unterdrückung. Für diese Perspektive gehen wir am 1. Mai auf die Straße.
Der Hauptfeind steht im eigenen Land – dem deutschsprechenden Europa eine klare Absage erteilen
Im Gefolge der sogenannten Schuldenkrise realisiert das deutsche Kapital lang gehegte Träume von einem deutsch dominierten europäischen Wirtschaftsraum. Die Europäische Union offenbart derzeit besonders deutlich ihren Charakter – nicht etwa als ein „Friedensprojekt“ als Lehre aus dem zweiten Weltkrieg sondern als ein imperialistisches Zweckbündnis zur innereuropäischen und globalen Durchsetzung der Interessen der stärksten EU-Staaten, allen voran die BRD und Frankreich.
Längst wird in Berlin und Brüssel entschieden, was in Athen und anderswo umgesetzt werden soll. Eine der Konsequenzen ist die Aufgabe der Fassade der bürgerlichen Demokratie durch die Installierung scheinbar neutraler Technokratien wie in Griechenland und Italien, wo ehemalige EZB-Funktionäre die optimale Umsetzung des Diktates der europäischen Kernstaaten garantieren sollen. Flankiert wird diese Politik durch die von bürgerlicher Presse und Politikern betriebene Hetze gegen angeblich faule Südeuropäer, die über „ihre Verhältnisse gelebt“ hätten und sich nun mit deutschen Steuergeldern alimentieren ließen.
Diese nun federführend von Deutschland und Frankreich geforderte Verarmungspolitik der Europäischen Union sorgt für verstärkten Widerstand in vielen Ländern Südeuropas. Vor allem in Griechenland finden wöchentlich Streiks und Massenproteste gegen das EU-Spardiktat statt, Betriebe werden besetzt und es kommt regelmäßig zu militanten Konfrontationen mit der Staatsgewalt. Aber auch in anderen europäischen Staaten wächst der Widerstand.

25 Jahre Kiezaufstand in Kreuzberg – Erinnern heißt kämpfen!

Im Jahr 1886 rief in Chicago die organisierte ArbeiterInnenschaft zum Generalstreik auf, seitdem gilt weltweit der 1. Mai als Kampftag der ArbeiterInnenklasse. Im Jahr 1987, kurz nach Durchsuchungen des Büro für den Volkzählungsboykott im Mehringhof, veranstalteten linke Gruppen auf dem Lausitzer Platz ein Straßenfest, welches anschließend von der Polizei überfallen wurde. Als Antwort darauf lieferten sich Linke und KiezbewohnerInnen stundenlange Straßenschlachten mit der Polizei, welche sich anschließend aus Kreuzberg 36 zurückziehen musste. Barrikaden wurden errichtet und dutzende Geschäfte geplündert – seitdem steht der 1. Mai in Kreuzberg für eine widerständige Praxis.
Dem Kapitalismus und seinen Verwaltern mit all seinen Folgen von Verelendung der Massen, Kriegen und Umweltzerstörung können wir nur gemeinsam eine Perspektive auf eine menschenfreundliche Gesellschaft entgegensetzen. ArbeiterInnen, Erwerblose, SchülerInnen und Studierende, Friedens- und Umweltbewegte, Linksradikale, AntifaschistInnen und RevolutionärInnen müssen gemeinsam gegen die Angriffe des Kapitals und für das gute Leben für Alle kämpfen. Machen wir den 1. Mai 2012 zu einem denkwürdigen Tag für die herrschende Klasse und kämpfen wir gemeinsam gegen die immer mehr zunehmenden Zumutungen von Staat und Kapital.

Für die soziale Revolution Weltweit!
1.Mai – 18 Uhr – Lausitzer Platz, Berlin Kreuzberg

15.02.2012 – Cottbus: Gemeinsam Naziaufmarsch blockieren!

Cottbus Nazifrei!

Aufruf von Cottbus Nazifrei!

Wir bleiben dabei – Naziaufmarsch verhindern! Am 15. Februar 2012 jährt sich der Luftangriff der Alliierten auf den Cottbuser Bahnhof. Neonazis wollen dieses Datum wieder nutzen, um ihre Ideologie unter dem Deckmantel eines Gedenkmarsches zu verbreiten. Dabei verschweigen sie, dass sie die geistigen Brandstifter für Not, Elend und Vernichtung von Millionen Menschen waren und sind.

Auch im letzten Jahr versuchten Neonazis aus Nah und Fern zu marschieren. Mehr als 300 Menschen nahmen an erfolgreichen Sitzblockaden teil und widersetzten sich friedlich.

Das wollen wir auch in diesem Jahr wieder tun! Zusammen mit Euch – bunt, friedlich & entschlossen!
Gemeinsam haben wir im vergangen Jahr viel erreicht: wir haben uns dem Aufmarsch widersetzt und zusammen bei Nacht-Tanz-Demo und Soliparty ausgelassen gefeiert. Lasst uns an diese Erfolge anknüpfen und dafür sorgen, dass Naziaufmärsche in Cottbus der Vergangenheit angehören!

Es ist an der Zeit, sich den Neonazis entgegen zu stellen. Blockaden sind legitim und notwendig!

SEI DABEI! WI(E)DERSETZE DICH KOMM ZUR KUNDGEBUNG, IM SCHILLERPARK UM 17:30 UHR!

http://www.cottbus-nazifrei.info//http://www.facebook.com/cottbus.stellt.sich.quer

Vortrag & Filmvorführung – Initiative „Pogrom 91″

Als vor 20 Jahren, in der Woche vom 17. bis 22. September 1991, Steine und Brandflaschen auf die Unterkünfte von VertragsarbeiterInnen und Asylsuchenden in Hoyerswerda flogen, haben viele BürgerInnen applaudiert. Mehrere hundert Menschen belagerten die Wohnheime fünf Tage lang, skandierten rassistische Parolen und versetzten die BewohnerInnen in Angst und Schrecken. Die Polizei sah sich nicht im Stande, diese Angriffe zu beenden. Schließlich wurden alle BewohnerInnen der Heime mit Bussen aus der Stadt evakuiert, weil ihre Sicherheit nicht mehr gewährleistet werden konnte. Der rassistische Mob hatte gesiegt.

Wenn sich im sächsischen Hoyerswerda im September diesen Jahres an den 20. Jahrestag der Geschehnisse von 1991 erinnert wird, hat das mit einer ernstgemeinten Auseinandersetzung und einer daraus folgenden Aufarbeitung und Gedenkkultur leider wenig zu tun. Seit 20 Jahren ist man sich hier einig, dass die Stadt und ihre BewohnerInnen für diese Debatten noch nicht bereit seien und es „andere Probleme“ gebe, als der Umgang mit dieser unschönen Geschichte, durch die diese Stadt weltweit in Verruf geraten ist. Und dennoch werden sich wohl auch in diesem Jahr wieder einige StadtvertreterInnen auf dem Lausitzer Platz oder einem anderen Ort fernab des Geschehens einfinden, um den „extremistischen Ausschreitungen“, wie es auf einer Stele anlässlich des 15. Jahrestages der Ereignisse hieß, von damals zu gedenken.

VORTRAG & FILMVORFÜHRUNG* / MO. 12.09.11 / 19 UHR / QUASIMONO

* (Das Hoyerswerda Syndrom (1996, ca. 52min) und „Viele habe ich erkannt“-Gedächtnisprotokoll eines mosambikanischen Kontraktarbeiters aus Hoyerswerda (1992, 25 min))

Unserer Auffassung nach ist diese Gedenkpolitik nicht nur eine falsche Einordnung der Geschehnisse. Viel mehr scheint jene Praxis eine konstante Weiterführung von Versuchen der Schuldabwehr und Relativierung, wie sie schon damals gebetsmühlenartig von den lokalen Medien und VertreterInnen der Stadt vorgetragen wurden, um den entstandenen Rufschaden wieder wett zumachen.

Vor diesem Hintergrund halten wir es für dringend notwendig, auch nach 20 Jahren gegen diese anhaltende Verdrehung von Tatsachen Stellung zu beziehen. Unsere Betrachtung der damaligen Ereignisse in Hoyerswerda benennt diese klar als das, was sie waren. Nämlich ein rassistisches Pogrom, wie es bis dahin nach dem zweiten Weltkrieg auf deutschem Boden kein Zweites gegeben hat.

Nach den Angriffen im September 1991 waren in der örtlichen Presse wahlweise die Medien von außerhalb, ein Versagen der bundesdeutschen Asylpolitik oder eine sich verschlechternde soziale Lage durch den fehlenden Aufschwung Ost an allem schuld. Kein Wort vom grassierenden Nationalismus der sich damals aller Orten Bahn brach, kein Wort von den marodierenden Neonazigruppen, die allabendlich neue Opfer forderten und von nicht wenigen BürgerInnen dankend als Ordnungsfaktor „in schwierigen Zeiten“ angenommen wurden.

In Hoyerswerda wüteten eben nicht nur Anhänger der vermeintlichen „extremen Rechten“. Vor den Heimen der GastarbeiterInnen und Asylsuchenden tobte ein rechter BürgerInnenmob, bestehend aus Mitgliedern der Mehrheitsgesellschaft. Darunter jene, die sich als Neonazis verstanden, aber eben auch „ganz normale Deutsche“: NachbarInnen und KollegInnen. Ob mit oder ohne Bomberjacke – in ihrem Ziel waren sich vor den Heimen im September 1991 alle einig: „Deutschland den Deutschen – Ausländer raus“ und dabei war ihnen jedes Mittel recht.

Beflügelt durch die erfolgreiche Vertreibung der migrantischen HeimbewohnerInnen aus Hoyerswerda, breiteten sich ähnliche rassistisch motivierte Überfälle auf Unterkünfte von Asylsuchenden und VertragsarbeiterInnen in der ganzen BRD aus und forderten bald erste Todesopfer. Ihren Höhepunkt erreichte diese Welle rassistischer Gewalt schließlich 1992 in Rostock Lichtenhagen.

Gerade weil Hoyerswerda als Ausgangspunkt dieser Entwicklungen betrachtet werden kann, möchten wir einen Beitrag zur mehr als dürftigen Aufarbeitung des Pogroms vor Ort leisten und die bislang vorherrschende städtische „Gedenkpolitik“ in den Fokus unserer Kritik nehmen. Mit seinem öffentlichen Statement „Die Erinnerung an diese 15 Jahre behalten wir Hoyerswerdaer uns selbst vor“ bestätigte der ehemaliger Oberbürgermeister Horst- Dieter Brähmig noch vor fünf Jahren zähneknirschend den vor Ort allgemein vorherrschenden Konsens des kollektiven Verdrängens.

Mit einer Gedenkdemonstration am 17. September in Hoyerswerda wollen wir an die damaligen Ereignisse gedenken und unsere Position in die Öffentlichkeit tragen. Wir haben außerdem eine klare Forderung, mit welcher dem bisherigen Verdrängen und Vergessen der Ereignisse vom September 1991 nachhaltig entgegengewirkt werden soll: ein Denkmal zur Erinnerung an das rassistische Pogrom. Wir fordern die Stadt auf, dieses Mahnmal auf der Freifläche in der Wilhem-Külz-Straße aufzustellen – vor einem der Häuser, in dem sich das Pogrom 1991 ereignet hat. Damit soll in Hoyerswerda ein fester Ort geschaffen werden, der dauerhaft an die Geschehnisse erinnert. Ein Stolperstein, der ein Vergessen unmöglich macht, mit dem wir den Betroffenen des Angriffs organisierter Neonazis und „ganz normaler“ Bürger gedenken wollen, die man aufgrund ihrer Hautfarbe und Herkunft als „anders“ wahrnahm und denen man deshalb ein Leben in Hoyerswerda nicht zugestand – es ist die Erinnerung an das rassistische Pogrom von Hoyerswerda.

Lasst uns der Stadt zeigen, dass wir mit ihrer Verdrängungspolitik nicht einverstanden sind und beteiligt euch zahlreich an unserem Stadtspaziergang in Erinnerung an die Opfer des rassistischen Pogroms und den im Nachgang der Ereignisse von lokalen Neonazis ermordeten Maik Zerner und Waltraut Scheffler! An diesem Tag werden wir unser Denkmal bereits zur Probe aufstellen!

Ereignisse beim Namen nennen! Keine Ruhe für Hoyerswerda!

Antifaschistischer Stadtspaziergang in Hoyerswerda am 17. September 2011 Start: 14 Uhr am Bahnhof Hoyerswerda

Initiative “Pogrom 91”

Weitere Termine und Infos unter: http://pogrom91.tumblr.com

NAZIS IN SPREMBERG STOPPEN – DEZENTRALE AKTIONEN!

Aufruf der [Antifa Spremberg]:

Am 21. Mai 2011 möchte die „NPD-Lausitz“ ab 12 Uhr in Spremberg unter dem Motto: „Arbeit statt Abwanderung. Gegen Globalisierung und Kapitalismus!“ demonstrieren.

Bisher fielen Neonazis in Spremberg überwiegend durch Übergriffe auf antifaschistische Jugendliche oder Menschen mit Migrationshintergrund auf. Des Weiteren waren sie in dem Sprühen und Verkleben von rechtem Propagandamaterial sehr aktiv. Die Spremberger Neonazis blicken demnach auf eine lange Tradition zurück, da sie bereits seit den frühen 90er Jahren durch derartige gewaltsame Aktionen immer wieder auf sich aufmerksam machten. An diesem 21. Mai findet nun jedoch die erste angemeldete Demonstration von Neonazis in Spremberg seit der Wende statt, sodass diese Aktionsform hier also eher ein Novum darstellt.

Spremberg und seine braunen Problemkinder rückten erstmals 1992 in das Licht der Öffentlichkeit. Neonazis, die sich damals im Musiktreff-Spremberg (MTS) in der Heinrichsfelder Allee trafen, brannten ein Flüchtlingsheim in Schwarze Pumpe nieder. Nur durch Zufall waren zum Tatzeitpunkt keine Menschen in dem Gebäude, welches bis auf die Grundmauern zerstört worden ist.

Über diesen grausamen Vorfall berichtete in einem 90 minütigen Beitrag ein Filmteam des damaligen ORB mit dem Titel „Die Glatzen von Spremberg“. Die Reaktionen der Stadt auf dieses Ereignis fielen äußerst kurios aus. Während sich ein eher geringer Teil der Spremberger Bevölkerung erschüttert über derlei skrupelloses Vorgehen der Neonazis zeigte, war die Mehrheit der Bewohner_innen besorgt um das Ansehen der Stadt. So kam, was kommen musste: Die Spremberger Neonazis, die nachts umherzogen, um Menschen zu drangsalieren, welche nicht in ihr rechtsextremes Weltbild passen, wurden verharmlosend als perspektivlose Verlierer der Wende bezeichnet und antifaschistisch engagierte Menschen wurden als „Nestbeschmutzer“ beschimpft. Anstatt konsequent und effektiv gegen die rechten Gewalttäter_innen vorzugehen, wurde frei nach dem Motto „Aus den Augen aus dem Sinn.“ gehandelt. Demnach stellten die damaligen Stadtverordneten um Egon Wochatz den Nazis Klubräume auf dem Georgenberg am Rande Sprembergs zur Verfügung. Hier traf sich nun alles was Rang und Namen in der Spremberger Naziszene hatte. Es kamen Besucher_innen aus ganz Europa, wie der Schweiz oder Italien. In diesen Klubräumen wurden Konzerte unter anderem mit Frank Rennicke – einem neofaschistischen Liedermacher – oder Bands wie „Endstufe“ veranstaltet. Außerdem konnten rund um den Klub in den Wäldern des ehemaligen Militärgeländes immer wieder Neonazis beim Abhalten von Wehrsportübungen beobachtet werden. Die europaweit bekannte Rechtsrock-Band „Frontalkraft“ hat hier ebenfalls ihren Ursprung.

Bis zum Jahr 1997 kam es in und um Spremberg immer wieder zu Übergriffen durch Neonazis. Hauptsächlich auf benachbarten Dorffesten, dem jährlichen Heimatfest sowie in örtlichen Diskotheken ließen die Neonazis ihrer Gewalt freien Lauf. So avancierte beispielsweise die „Diskothek Schilfhütte“, welche sich außerhalb Sprembergs befindet, zur Neonazi-Stammdisko.

Durch den Abzug eines Teils der Neonazis in die Rockerszene, dem Eingebundensein in familiäre Strukturen und nicht zuletzt aufgrund eines konsequenten Einschreitens durch antifaschistische Aktivist_innen beruhigte sich die Situation in Spremberg ein wenig. Trotz dieser trügerischen Ruhe verblieb der Hauptteil der Neonazis in Spremberg weiterhin im Hintergrund aktiv und konzentrierte sich auf die Agitation jüngerer Menschen. Durch regelmäßig wiederkehrende Gewaltausbrüche etwa zum sogenannten „Männertag“ oder zu ähnlichen Gelegenheiten zeigten die Nazis fortwährend Präsenz.

Im Jahr 2008 sorgten Klubräume des „Bunker 38“, die auf dem Grundstück einer im Spremberger Ortsteil Schwarze Pumpe ansässigen Sanitärfirma entdeckt wurden, abermals für mediales Interesse. Besagte Klubräume fielen besonders durch ihre Inneneinrichtung auf. Schwarz – weiß – rote Wandgestaltungen, Reichskriegsflaggen und ein Porträt der Neonazi-Band Landser zeugten vom inneren braunen Anstrich der Klubbesucher_innen. Diese waren vorrangig jugendliche Neonazis aus dem Anti-Antifa Spektrum und sogenannte „Autonome Nationalisten“, was durch eigens gedruckte T-Shirts zum Ausdruck gebracht wurde. Ähnlich wie beim bereits beschriebenen Georgenberg-Jugendklub wurden auch hier Konzerte veranstaltet. Außerdem trafen sich in diesem Klub die Neonazis, um von hier aus auf Prügeltour nach Spremberg zu ziehen. Immer wieder kam es zu Übergriffen auf Angehörige des „Piraten e.V.“, einem antifaschistischen Jugendklub im Zentrum Sprembergs oder auf alternative Jugendliche.

Auch hier kam es aufgrund antifaschistischen Engagements und medialen Drucks zu einem Rückzug der Neonazis in private Bereiche. Seit dem Ende des Jahres 2010 kommt es in Spremberg nun wieder verstärkt zu gewalttätigen Übergriffen durch Neonazis. Vorrangige Ziele sind der „Piraten e.V.“ sowie Linke und alle, die nicht in das Weltbild der Neonazis zu passen scheinen. Hauptakteure und Rädelsführer der Schlägertrupps sind meist Jugendliche. Sie suchen die Opfer aus und organisieren Schlägertrupps. Des Weiteren werden Kaderschulungen besucht und Kontakte in die Cottbuser Hooligan- und Naziszene gepflegt. Die besagten Schlägertrupps waren es auch, die einen linken Jugendlichen während einer Antifa-Demo in Spremberg am 15. 01. 2011 angriffen. Während dieser Demo wurde den Teilnehmer_innen und anderen Anwesenden besonders deutlich bewusst, welches Bedrohungspotenzial die Spremberger Neonazis darstellen. Immer wieder konnten vor, während und nach der Demonstration Nazis in Gruppen bis zu 10 Leuten gesichtet werden. Sie fotografierten und bedrohten die Teilnehmer_innen und griffen schlussendlich die Demo während der Abschlusskundgebung an. Dieser Angriff konnte aufgrund des Komplettversagens der anwesenden Polizei nur durch das Einschreiten der Antifas beendet werden. Auch im weiteren Verlauf des Tages kam es zu insgesamt drei Angriffen auf die Räume des Piraten e.V. durch stadtbekannte Neonazis. Insgesamt wurden an diesem Abend 7 Neonazis vorläufig in Gewahrsam genommen und auf der Wache in Cottbus verhört.

Die Spremberger Stadtverwaltung reagiert auf diese Vorfälle, ebenso wie sie bereits in den frühen 90er Jahren reagierte. Sie verschweigt, ignoriert und toleriert das Treiben ihrer braunen Sprösslinge. Anstatt endlich aktiv zu werden und gegen die prügelnden Neonazis vorzugehen, diffamieren und verfolgen sie die einzigen Menschen, die sich aktiv diesen Gewalttäter_innen entgegenstellen. Besonders hervor tun sich hierbei Andreas Lemke (SPD), der eine Verschwörung von aus Großstädten heran gekarrten Linksextremisten konstruiert und der Pseudoantifaschist Benny Blatz (SPD), dessen Aktivitäten gegen Rechts sich lediglich auf große Worte beschränken. Auch Hartmut Höhna (CDU), der hinter jedem Sonnenbrille und Kapuze tragenden Demonstranten einen Verbrecher vermutet, gehört zu den ignoranten Spremberger Stadtpolitikern.

Nun wollen die Neonazis aus NPD, JN und regionalen Freien Kräften erstmals in Spremberg demonstrieren. Diese geplante Demo kann als direkte Antwort auf die Antifa-Demonstration vom 15. 01. 2011 betrachtet werden. Die Neonaziszene in Spremberg sieht sich zunehmend in die Ecke gedrängt und versucht nun Boden gut zu machen. Dazu rufen sie größtenteils ihre Kameraden aus Guben und Cottbus, um den Vorsitzenden der „NPD-Lausitz“ – Ronny Zasowk, zur Hilfe. Dies gilt es mit allen Mitteln zu verhindern!

Als Reaktion auf den Naziaufmarsch rufen bürgerliche Jugendgruppen, Vereine und Einzelpersonen unter dem Label „LAUT:Stark gegen Nazis – Musik ist unsere Antwort“ via Facebook und StudiVZ dazu auf, mit Musik ein Zeichen gegen Nazis zu setzen. Die Initiatoren, welche aus dem Umfeld der JUSOS stammen, entblöden sich hierbei „Rechts“ und „Links“ gleichzusetzen. Mit bis zu 5 Trucks möchte mensch mit Bands und DJ’s einen Sternmarsch formieren. Sie möchten keine Nazis und keine vermummten Linken in der Stadt. Dass Vermummung oftmals das einzige Mittel gegen fotografierende Nazis darstellt, ignorieren sie dabei völlig. Obwohl das Anliegen dieser „Nazigegner“ aufgrund ihrer Intention grundlegend unterstützenswert ist, bleiben große inhaltliche Teile zu diskutieren und in Frage zu stellen. Ein konsequentes agieren antifaschistischer Kräfte, die sich das Verhindern und nicht nur das bloße Kritisieren des Naziaufmarsches zum Ziel setzen, bleibt unersetzlich. Für uns als Antifa gilt es deshalb sich mit allen emanzipatorischen, gegen den Naziaufmarsch gerichteten Kräften solidarisch zu zeigen. Deshalb gilt auch am 21. Mai 2011 wie auch sonst in Spremberg und überall:

Nazis bekämpfen. Zusammen. Auf allen Ebenen. Mit allen Mitteln.
21. MAI 2011 – AB 10 UHR IN SPREMBERG – DEZENTRALE AKTIONEN!

Nazis angreifen! Spremberger Verhältnisse demontieren! Naziaufmarsch Verhindern!

[ANTIFA SPREMBERG]

21.05.2011 – Naziaufmarsch in Spremberg verhindern!

Neonazis der lokalen NPD, JN und „Freien Kräften“ planen für Samstag den 21.05. eine Demonstration durch das südbrandenburgische Spremberg bei Cottbus. Unter dem Motto „Arbeit statt Abwanderung! Gegen Globalisierung und Kapitalismus!“ wollen sie sich ab 12 Uhr am Spremberger Bahnhof versammeln und historisch die erste Nazidemonstration der Stadt durchführen.

Spremberg kam in der letzten Zeit immer wieder durch stetig hohe Naziaktivität und eine alarmierende Anzahl von rechten Angriffen auf alternative Personen und Projekte ins Gespräch. [1]
Dies nahm die Antifa Spremberg, unterstützt von der Antifa Cottbus, zum Anlass und veranstaltete am 15.01.2011 eine Demonstration durch die Spremberger Innenstadt mit der Forderung „Naziaktivitäten in Spremberg stoppen! – Linke Freiräume erkämpfen!“. Durch eine entschlossene antifaschistische Präsenz an diesem Tag fühlten sich die regionalen Neonazis in ihrer braunen „Homezone“ nicht mehr wohl. So versuchten sie auch an diesem Tag wieder einmal „Stärke“ zu zeigen und ließen sich regelmäßig am Rande der Demo blicken. Im Anschluss an die Demo ist es schließlich zu handfesten Auseinandersetzungen gekommen. [2] [3]

Der geplante Naziaufmarsch am 21.05. ist somit als „Antwort“ der Neonazis gegen das antifaschistische Engagement zu verstehen. Sie wollen „ihre Stadt zurückerobern“ und zeigen „wem die Stadt gehört“.

Doch nicht nur lokale Neonazis wollen antifaschistische Politik bekämpfen, sondern auch weite Teile der Spremberger Stadtverwaltung. Mit reißerischen Artikeln in der Spremberger Regionalzeitung wird immer wieder betont, dass das Hauptaugenmerk zukünftiger Polizeiarbeit und staatsanwaltschaftlicher Aktivitäten auf dem Beobachten der linken Szene und ihrer „Mitteilungsorgane“ liegen werde. Eine Thematisierung neonazistischer Gewalt hat bis heute nicht stattgefunden. [4]

Gegen diesen traurigen politischen Trend und gegen den Naziaufmarsch gilt es am 21.05.2011 in Spremberg auf die Straße zu gehen.

Markiert Euch dieses Datum „Rot“ im Kalender an – Naziaufmarsch in Spremberg verhindern!

Alle Infos folgen in der nächsten Zeit – Stay tuned!
[Antifa Spremberg]

Heraus zum revolutionären 1. Mai 2011!

Heraus zum revolutionären 1. Mai 2011

In allen Teilen der Welt gehen am 1. Mai viele Millionen Menschen auf die Straße. Aktive aus linken und revolutionären Organisationen, aus Gewerkschaften und verschiedenen Bewegungen bringen ihre täglichen Forderungen und Kämpfe auf einen Punkt: Für den Klassenkampf gegen Kapital und bürgerliche Regierungen. Für eine Welt in der die Lebens- und Arbeitsbedingungen nicht nach Verwertungsinteressen, sondern nach den Bedürfnissen aller gestaltet werden. Für eine Perspektive jenseits des Kapitalismus. Für die soziale Revolution!

Berlin | 18 Uhr | Kottbusser Tor

Revolutionäre-1.-Mai-Demos auch in: Duisburg | Hamburg | Nürnberg
Vorabenddemos (30.04.): Berlin | Fürth | Hamburg | München | Stuttgart
Naziaufmärsche verhindern: Bremen | Heilbronn | Halle



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